Auf einen Kaffee mit … Rahime Kir und Kevin Kley

von | Okt 12, 2022

Wie sieht eigentlich die Arbeit im Security-Bereich von PLURAL aus? Um einmal hinter die Kulissen zu schauen, haben wir uns mit Rahime Kir und Kevin Kley zu einem spannenden Gespräch getroffen.

Der Bereich PLURAL Security ist überaus facettenreich. Von Werk- und Objektschutz über Pfortendienst sowie Alarmaufschaltung- und Intervention bis hin zu Themen wie Werkfeuerwehr und Veranstaltungsschutz ist alles dabei. Kein Wunder also, dass es jede Menge zu erzählen gab, als wir uns mit Rahime Kir und Kevin Kley zu einem Gespräch über den Alltag im Security-Bereich verabredet hatten.

Beide haben bereits jede Menge Erfahrungen gesammelt: Rahime Kir ist seit über 20 Jahren im Sicherheitsgewerbe tätig und übernimmt die Bereichsleitung der PLURAL Security in der Region Hannover, während Kevin Kley als Einsatzleiter im selben Bereich agiert. Er ist seit 2015 dabei.

Koordination, Organisation, Problemlösung – kein Tag ist wie der andere

Sicherheit ist ein grundlegendes Bedürfnis einzelner Menschen, aber eben auch von Unternehmen – und zwar rund um die Uhr. Dementsprechend liegt ein Großteil der Aufgaben von Rahime und Kevin allein schon in der Koordination von Aufgaben und Diensten. Wer wird gebraucht, wann und wo?

Sie müssen schauen, dass alles so abläuft, dass die Kunden am Ende zufrieden und sicher sind.

„Als erstes schaue ich auf mein Handy und als letztes schaue ich auch wieder auf mein Handy – der Tag fängt immer so an“, erklärt Rahime. Auch Kevin stimmt zu: „Der erste Blick am Morgen geht immer auf das Handy. Um zu sehen, was sich die Nacht über getan hat. „Wir haben ja auch Objekte, die nachts besetzt sind und betreut werden müssen.“

Sobald der Arbeitstag beginnt, geht es für die beiden darum, den Überblick zu behalten. Wo ist vielleicht etwas passiert? Wo werden Kräfte gebraucht? Welche Kunden müssen betreut werden? Bei Rahime Kir und Kevin Kley läuft alles im Bereich Hannover zusammen.

Die Antworten auf diese Fragen fallen an jedem einzelnen Tag anders aus, richtige Routine gibt es für die beiden nicht. Schließlich ist das Spektrum der Security-Aufträge selbst schon weit gefasst – und die Anforderungen der einzelnen Kunden ebenfalls.

Allein die „NSL“, die vom VdS zertifizierte Notruf- und Serviceleitstelle, erfordert höchste Aufmerksamkeit: Hier laufen bundesweite Sicherheitsanrufe von Geschäfts- und Privatkunden auf, deren Alarmanlagen mit dem System verbunden sind. Die senden in der Regel Routinemeldungen, um zu signalisieren, dass alles in Ordnung ist.

Spannend wird es, sobald solche Routinemeldungen ausbleiben: „Wenn eine Routinemeldung nicht zur gewohnten Zeit eingeht, dann heißt das, dass mit der Anlage etwas nicht stimmt“, erklärt Rahime. Auch hier gilt, dass viele Ursachen möglich sind: „Wir haben Echt-Alarme, Fehlalarme, Sabotage-Alarme.“
Je nach Situation muss das Security-Team von PLURAL entsprechend reagieren – und zwar von Kunde zu Kunde unterschiedlich: „Wie reagiert wird, muss im Vorfeld mit dem Kunden geklärt werden. Manche möchten grundsätzlich erstmal informiert werden, bei anderen rufen wir sofort die Polizei, Interventionskräfte, die örtliche Feuerwehr oder schicken einen Revierfahrer.“

Das ist logisch, denn auch das Spektrum der Sicherheitsrisiken ist breit – von Randalierern und Vandalismus bis hin zu Diebstählen oder Einbrüchen kann alles dabei sein.

Das Ziel ist, auf alles vorbereitet zu sein – doch das erfordert Mühe: „Es wird am Tag eine Menge telefoniert, auch um zu koordinieren“, erklärt Kevin: „Wenn etwas aufläuft, kümmere ich mich direkt darum. Ich fahre viel zu den Objekten, um mit Kunden zu klären, wie es gerade aussieht. Ob alles in Ordnung ist, etwas gebraucht wird, ob es Defizite gibt.“ Man muss Präsenz zeigen und das Gefühl vermitteln, dass man immer erreichbar ist und helfen kann.

Denn jeder Tag bringt neue Herausforderungen, die koordiniert und organisiert werden wollen. „Für mich ist es ein richtig guter Tag, wenn alle Dienste besetzt sind, alle glücklich sind, und wir noch einen Plan B und C haben“, lächelt Rahime: „Das Schönste ist, wenn Kevin seinen Schreibtisch aufräumt. Das ist Luxus – weil wir die Zeit haben.“

Damit das möglich ist, ist aber die gute Organisation nötig, die Rahime und Kevin den Tag über beschäftigt – und manchmal auch darüber hinaus. Es ist gar nicht so einfach, abzuschalten, erklärt Rahime.

Trotz aller Vorbereitung kann es im Security-Bereich nun mal zu unvorhergesehenen Ereignissen kommen, auf die schnell reagiert werden muss. Was zu der Frage führt: Wie gefährlich ist ein Job im Security-Bereich eigentlich?

Über das Thema „Gefahr“ im Security-Bereich

Redet man über „Sicherheit“, muss man auch über „Gefahren“ reden. Doch wie gefährlich die Arbeit im Security-Bereich ist – das kommt auch auf verschiedenste Faktoren an.

„Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich, man kann es nie pauschalisieren“, betont Kevin: „Es gibt Objekte, die sind an 99 Tagen ‚langweilig‘ und es passiert nichts. Doch an einem Tag kommen plötzlich mehrere Faktoren auf einmal und es wird plötzlich sehr spannend.“

Das kann schon im Kleinen losgehen: „Und wenn es nur ein Gespräch mit jemandem ist, der sich als geistig verwirrt herauskristallisiert und man nicht weiß, ob er vielleicht doch eine Affinität hat, gewalttätig zu werden. Dann steht man dieser Person erstmal allein gegenüber.“

Die richtige Gefahreneinschätzung ist im Security-Bereich extrem wichtig. Es geht immer darum, eine Situation zu deeskalieren – auch, wenn man jemanden bei illegalen Aktivitäten erwischt: „Es gibt Menschen, die haben eine Menge zu verlieren“, erklärt Rahime: „Da muss man genau schauen, wie sie reagieren.“
Auch Revierfahrer müssen immer höchst sensibilisiert unterwegs sein. Revierfahrer haben die Aufgabe, mehrere Objekte pro Nacht anzufahren und für den Auf- und Verschluss zur besprochenen Uhrzeit zu sorgen. Dazu gibt es nächtliche Sonderkontrollen. Doch Revierfahrer müssen auch in der Lage sein, Gefahren abzuwenden: „Es gibt beispielsweise Randalierer, da werden dann Revierfahrer zur Abschreckung hingeschickt“, erklärt Rahime. In so einem Fall wird die Situation genau ermittelt und möglicherweise Hausverbote ausgesprochen.

Doch welche Eigenschaften sind eigentlich gefragt, um solchen Situationen begegnen zu können?

Die richtigen Mitarbeiter für die richtigen Aufgaben

Auch hier gilt: Welche Eigenschaften man mitbringen sollte, wenn man im Security-Bereich arbeiten möchte, kommt stark auf die Art der Aufgabe an. Eine Tätigkeit am Empfang eines großen Unternehmens erfordert andere Eigenschaften als das Übernehmen von Security-Aufgaben bei Events oder im Personenschutz.

Die richtige Einteilung ist eine der Aufgaben von Rahime Kir: „Man muss jeden Mitarbeiter anders sehen, anders beurteilen, und wirklich gucken: Was sind deine Stärken, was sind deine Schwächen? Es muss ein bisschen maßgeschneidert sein.“

Entscheidend ist es, die richtigen Mitarbeiter für die richtigen Aufgaben zu finden: „Es ist abhängig vom Objekt. Wir hatten ein Objekt, da haben wir viel mit Obdachlosen zu tun gehabt“, erinnert sich Rahime: „Da wollte man große, breite Männer mit Headset im Ohr. Aber ich hab gesagt: Ich denke, wir sind falsch mit den ‚Großen, Breiten‘. Da würde ich eher Mitarbeiter einsetzen, die vielleicht die gleiche Sprache sprechen, um den Druck rauszunehmen.“

Es geht immer um Deeskalation: „Mittlerweile haben wir das Gefühl dafür, welcher Mitarbeiter wo am besten reinpasst. Ich brauche keinen ,Großen, Breiten‘ im Jobcenter, wo die Leute eh schon gestresst sind. Da setz ich lieber ältere, ruhigere Leute ein, die positiven Einfluss nehmen können.“ Anders kann das beispielsweise aussehen, wo gefeiert wird und Alkohol fließt: „Auf Straßenfesten zum Beispiel kommen eher Leute zum Einsatz, die von der Statur her eher abschreckend sind. Aber: Erfahrungsgemäß sind die ,Großen, Breiten‘ die liebsten“, so Rahime.

Was man nicht unterschätzen sollte, sind die Anforderungen, die der Job mitbringt – und zwar nicht nur im zwischenmenschlichen Bereich: „Es hat sich wahnsinnig viel verändert, der Standard hat sich gedreht. Einfache ‚Wachmänner‘ – die gibt es nicht mehr. Früher ist man seine Runden gegangen und hat einfach nur geguckt. Das ist heute nicht mehr so“, erklärt Rahime: „Wir haben überall mit Computern zu tun, wir haben viel Besuchermanagement und Schriftverkehr.“

Zudem werden auch Menschen, die Gefahren verursachen, immer raffinierter, erklärt Rahime. Deshalb halten sich die Mitarbeiter von PLURAL Security immer auf dem neuesten Stand: „Viel Literatur, Internet und Messen. Wir halten uns auf dem Laufenden“, versichert Rahime.

Auch im Bereich Facility Management steht die Zeit nicht still. Erst kürzlich haben wir uns eine neue Innovation genauer angeschaut: Hier trefft ihr „Willy“, den Cobot.

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